BRIEFE FÜR DIE FREIHEIT VON TERESA JORDÀ IN MERITXELL SERRET

Ich hätte nie gedacht, dass der Tag kommen würde, an dem Amt ersetzen müsste.

Schreiben von Teresa Jordà, Landwirtschaftsministerin der Regierung von Quim Torra, an Meritxell Serret, der seit dem 30. Oktober im Exil ist.

„Letters for Freedom“ ist ein Platz in VilaWeb, der Solidarität mit den politischen Gefangenen und Verbannten und gleichzeitig und sie gleich zeitig bekannt zu machen.

Liebe Meritxell

Ich erinnere mich noch, als ob es gestern gewesen wäre, jener bitterkalte Abend auf dem Pardinesplatz. Es war kurz vor acht, aber eigentlich schon finstere Nacht. Der Saal, in dem die Kampagne angekündigt werden sollte, war zum Bersten voll. Mit einigen Genossen erwarteten wir draußen die Ankunft der Ministerin für Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Ernährung dieser Regierung, die jenen gewaltigen, historischen und heroischen 1. Oktober möglich gemacht hatte. Wir, die Bürger von Ripoll, die draußen auf dich warteten, erinnerten uns mit Stolz daran, dass jene heldenhafte Tat, unsere heldenhafte Tat, und dass die Polizeigewalt gegen einige Bürger, die sich nicht haben provozieren lassen, das Schicksal unseres Volkes für immer kennzeichnen wird. Die Glocken des Dorfes hatten noch nicht acht Uhr geschlagen, als du aus dem Dienstwagen ausgestiegen bist. Ich erinnere mich an dein Lächeln, Meritxell. Du lächelst wirklich immer. Du umarmtest uns einen nach dem anderen, hast alle begrüßt, und mit englischer Pünktlichkeit begannen wir eines der vielen regionalen Parteitreffen.

Es war ein Abend, der mir in Erinnerung geblieben ist. Unter anderem, weil er, abgesehen davon, dass ich zusammen mit Dir und der Bürgermeisterin das selbe Plakat getragen hatte, ein Akt voller Mut, Tapferkeit und Politik – und das groß geschrieben – war, angeführt von drei Frauen. Seit diesem Freitag sind viele Dinge passiert, zu viele. Freunde und Kollegen von uns sitzen hinter Gittern und Du bist im Herzen Europas. Andere politische Leitfiguren sind in Belgien, Schottland, Berlin und der Schweiz. Unser Land wurde entführt, und Betrug, Bestechung, Unterschlagung, Verfälschung und Verbrechen gegen die Staatskasse verschlingen die PP und den Status Quo. Aber ich versichere Dir – und ich weiß, dass Du es weißt – dass wir auch ein Volk haben, das weder vergisst noch vergibt, eine soziale Mehrheit, die sich nicht nur dafür einsetzt, euch wieder nach Hause zu bringen, sondern auch dafür, zivilisiert und friedlich weiterzuarbeiten, um das Land zu befreien und die Republik zu erschaffen und erreichen.

Ich hätte nie gedacht, dass der Tag kommen würde, an dem ich Dich im Ministerium ersetzen müsste, und vielleicht war das Treffen in einem ländlichen Dorf des Vall de Ribes eine Vorahnung. Ich gestehe, dass die Ehre dieses Amtes von grösster Bedeutung ist; die Umstände, unter denen dies alles geschehen ist, sind gewaltig, aber wir werden es schaffen, weil wir es gemeinsam tun werden. Deine Arbeit, zusammen mit den KollegInnen, als Leiterin des primären Sektors des Landes war spektakulär. Du warst die erste Ministerin in der Geschichte diese Ministeriums und heute bewundern Dich alle und anerkennen Deine Arbeit.

Ministerin, es ist mir eine Ehre und Freude Dein großes Werk genau so gut weiterzuführen. Ich freue mich darauf nach Brüssel zu kommen und Dich zu umarmen, sobald ich das Amt angetreten habe. Ich vermisse, besser gesagt, wir vermissen, und zwar sehr viel, Dein Geschick, Dein Lächeln und Deinen ehrlichen und mutigen Blick.

Die Herausforderung ist groß, sowohl in der diesem Bereich als auch für unser Land, aber der Wunsch, die Illusion, die Hartnäckigkeit und die Politik sind auch da. Wir werden es schaffen und noch dazu gut schaffen.

Es ist mir eine Ehre mit Dir zusammenarbeiten zu dürfen und dazu in einer Bereich, in dem wir uns stark, wettbewerbsfähig und nachhaltig fühlen.

Bis sehr bald,
Teresa Jordà

#WirMachenWeiter

 

Ursprüngliche Quelle (VILAWEB -28/05/2018)

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